12Aug
Was soll ich nur tun?
© Sweet-Things

Kennt Ihr das auch, dass Ihr an manchen Tagen in Euch völlig zerstritten seid. Ihr nicht genau wißt, welcher Schritt der nächste Schritt sein soll, weil in Eurem Inneren ach zwei Seelen weilen. Tatsächlich sind es nicht zwei sondern mehrere Seelen, die einen Affentanz veranstalten.

Nehmen wir als Beispiel eine banale Alltagssituation. In den Abendstunden steht ein Termin im Fitnessstudio an. Der 18.00 Uhr Termin rückt näher. In einem melden sich ganz plötzlich unterschiedliche Stimmen wie
der Faulpelz, der keine Lust hat.
Im Gegenzug dazu der Gesundheitsmensch, der für den Stressabbau plädiert.
In einer anderen Ecke hat sich der Perfektionist versteckt, der mit erhobenem Finger auf eine noch nicht abgeschlossene Arbeit zeigt.
Und aus der hintersten Ecke klopft der Familienmensch auf den Tisch, der gerne mit seinen Kindern spielen möchte.

Was soll man in dieser verworrenen Situation jetzt nur tun? Schulz von Thun schlägt die Einberufung einer Teamkonferenz vor, in der alle inneren Stimmen zu Wort kommen dürfen, respektiert und gewürdigt werden. Die unterschiedlichen Stimmen sollten eine Konferenz miteinander führen, wo die Stimmen miteinander ins Gericht gehen. Der Gesundheitsmensch darf dem Faulpelz dann deutlich sagen: Willst Du Dich wieder vor dem Fitnesstermin drücken, Du bist ganz schön träge. Denk an Deine Gesundheit, ein Ausgleich zu deinem stressigen Beruf ist durchaus wünschenswert! Und der Perfektionist darf den Gesundheitsmenschen anbrüllen: Du mit dem Gesundheitswahn, ich muss einfach das heute noch fertigmachen, sonst sehe ich in den nächsten Tagen bei meiner Arbeit wirklich alt aus.
Sobald diese Stimmen miteinander gesprochen haben, werden die entsprechenden Standpunkte sichtbar. Es hat nämlich keinen Sinn, eine der Stimmen völlig zu missachten, zu unterdrücken oder zu verdrägen. Irgendwann meldet sich die Stimme mit aller Wucht zurück.
Sind die Standpunkte klar und eindeutig, was an diesem Tag im Vordergrund stehen soll, wird eine Kompromißentscheidung getroffen. Okay, Fitness ist wichtig, die Arbeit muss zwingend gemacht werden, sie duldet keinen Aufschub. Wir sehen das Fitnessprogramm als Pause von 18.00-19.00 Uhr und machen uns danach noch eine Stunde an die restliche Arbeit.

Gibt es in Eurem Leben auch immer wieder solche Patt-Situationen? Berichtet doch mal…


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2 Responses to “Was soll ich nur tun?”

  1. MILLUS sagt:

    Auf jeden Fall dürfen all diese Stimmen nichts kontrollieren. Man muss da eine Oberstimme entwickeln: der Oberboss, der König, der fair, gerecht und genau weißt was richtig ist.
    Dieser macht dann einen guten Plan, damit alle Stimmen zufrieden sind.
    Z.B. Man geht mit der Familie Sport machen – Familienmensch und Gesundheitsmensch sind damit befriedigt. Davor hat man seine Arbeit erledigt, oder soviel gemacht, dass man sich mit guten Gefühl dem Sport und der Familie widmen kann…
    Am besten sieht ein Tag so aus:
    Man geht zur Arbeit, erledigt alles, geht nachhause, entspannt paar Minuten. Unternimmt was mit der Familie (Sport etc.), dann kehrt man zurück. Zusammen Abendbrot essen. Die Kinder sind so kaputt (wegen Sport oder Aktivität), dass sie direkt freiwillig schlafen gehen. Die letzten Abendstunden verbringt man mit der Liebsten beim heißen Sex und kann in Ruhe und mit einem guten Gefühl einschlafen.

    Wenn man eine bestimmte Ordnung im Leben hat, dann kann man sich das Leben gut und schön gestalten. Eine starke Stimme muss über allen Stimmen herrschen und wissen wie man alle richtig und genau befriedigt.
    Sonst:
    Zuviele Köche in der Küche…

  2. Heike Eberle sagt:

    Hallöschen,

    eine schöne Ergänzung des Beitrags!
    Danke hierfür.

    Viele Grüße
    Heike

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