18Sep
Was interessiert mich Dein Geschwätz!
© Charlotte Nordahl

Wenn zwei miteinander reden, kann das sehr aufbauend, befruchtend, bereichernd sein. Aber es kann auch als totale Zeitvergeudung empfunden werden. Dann, wenn der eine einfach drauf los "blabbert" und gar nicht bemerkt, dass das, was er erzählt auf fehlende Resonanz stösst.

Ich beobachte in letzter Zeit, dass viele Gespräche einspurig verlaufen.
Ungefragt und ungeniert erzählt so mancher ausführlich und sehr detailgespickt seine gestrige Konfrontation mit seinem Chef. Da fallen vertraute Namen für den Sprecher, mit denen das Gegenüber überhaupt nichts anfangen kann. "Der Georg hat mir geschworen, dass er mich nicht verpetzen wird", so oder so ähnlich. Der Zuhörer kann meist in der Gesprächschronologie nicht folgen. Die Folge:

Er schaltet sich nach den ersten Minuten aus dem Gespräch und denkt, "Mensch, was der wieder erzählt, das interessiert mich nicht die Bohne!" Er traut sich aber nicht das Gespräch zu unterbrechen und dem Gegenüber ehrlich die Meinung zu sagen. Das Gespräch wird somit künstlich aufrecht erhalten: Der "Märchenerzähler" meint irrtümlicherweise, dass er einen Zuhörer hat. Und der vermeintliche "Zuhörer" langweilt sich zu Tode.
Welch erquickende Gespräche? Ein netter Beitrag auch bei Roland Kopp-Wichmann.

Welche Erfahrungen habt Ihr mit solchen Gesprächen? Wie ergeht es Euch als "Sprecher" bzw. "Zuhörer"?
Fühlt Ihr Euch nach einem solchen Gespräch glücklich?


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One Response to “Was interessiert mich Dein Geschwätz!”

  1. Hans Kolpak sagt:

    Warum verschanzen sich Menschen oft hinter ihren Ideologien, statt auf ihre Dialogpartner zu achten? Wenn die Monologe ihren Zweck erfüllt haben, gibt es ein kurzes stilles abschließendes Selbstgespräch: “Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?”. Als geladener Gast in zwei Talkshows wurde ich von diesem Umstand überrumpelt. Erst in der zweiten Sendung wußte ich mich zu behaupten. Doch jeder private Dialog findet im sozialen Umfeld statt. Es ist gut, so manches in Kauf zu nehmen, um anderes zu erreichen. Reinrassige Ichbezogenheit macht einsam, überall.

    Hans Kolpak
    Jura-Weblog.de

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