3Feb
Vermögen mögen nicht immer begeistern...
© mathias-erhart

…nämlich dann, wenn der Fiskus die Hand aufhält. Die neue Erbschaftssteuerreform, die noch kurz vor knapp am 31.12.2008 verabschiedet wurde, sieht auf den ersten Blick gar nicht so schlecht aus. Aber auf den zweiten Blick steckt der Teufel im Detail: Der Gesetzgeber definiert vieles nicht klar und konkret, verkompliziert die alte Regelungen und macht Erben nicht wirklich leichter.

Nett sieht die Regelung deswegen aus, weil die Freibetrags-Grenzen um ein Vielfaches angehoben worden sind. Gemein dagegen sind die Bemessungsgrundlagen, die im Gegenzug die hohen Freibetrags-Grenzen wieder aushebeln. Also im Endeffekt ein Null-Summen-Spiel oder wird es noch schlimmer…?

Meines Erachtens ist diese Regelung eine pure Augenwischerei. Durch die neuen Berechnungsweisen, in der Sachwert-, Vergleichswert-, und Ertragswertverfahren die Immobilienbewertung ablösen sollen, hat der Gesetzgeber große Verwirrung angestiftet.
Und bei der Vererbung von Unternehmensvermögen wird es dann ganz dolle. Da gibt es das Verwaltungsvermögen, das ein großes Fallbeil darstellt. Hält man mehr als 50 % Verwaltungsvermögen (also alles, was nicht betrieblich genutzt wird, z.B. Anteile an Unternehmen, Wertpapiere, Schmuck,Bilder), kommt man erst gar nicht in den Genuss einer bevorzugten Erbschaftsregelung. Dann nämlich wird es ziemlich teuer. Und variiert die Lohnsumme über 7 bzw. 10 Jahre, was eigentlich in Wirtschaftszyklen nicht unüblich ist, dann kommt es auch zu Steuernachzahlungen.
Ein Modell, das sehr praxisnah ist – da macht es gar keinen Spass Vermögen zu halten, oder?


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2 Responses to “Vermögen mögen nicht immer begeistern…”

  1. Britta Stahl sagt:

    Man hat manchmal den Eindruck, dass solche Veränderungen im Recht nur reine Zahlenspiele sind, die letztendlich wenig reale Veränderungen bringen.
    Auch bei der neuen Kraftfahrzeugsteuer wird nun nach CO2-Ausstoß bemessen – tatsächlich verändern sich die realen Steuersätze bei 80 Prozent der Fahrzeuge überhaupt nicht und bei 20 Prozent kaum merklich. Und das soll ein Plus für die Umwelt sein?

  2. Heike Eberle sagt:

    Ja, liebe Britta, den Eindruck kann man regelrecht gewinnen, dass die neuen Gesetzen reine Zahlenspiele sind mit dem Ergebnis höherer Intransparenz und der Notwendigkeit, Berater zu engagieren. Pure Augenwischerei oder viel Lärm um Nichts,

    einen schönen Tag
    Heike

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