14Apr
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© mdid

Tüchtig oder Süchtig: So stand es dieser Tage in der FAZ.
Ein provozierender Titel, der mich in den Bann gezogen hat.
Um was geht es?

Tüchtig oder Süchtig
Schaffen wir es als tüchtig gesehen zu werden oder sind wir nahe an der Arbeitssucht. Die Grenzen sind schwimmend. Ein Arbeitnehmer, der in diesen Tagen um seinen Arbeitsplatz fürchtet und deshalb mehr als üblich präsent ist, mag weniger suchtgefährdet sein, wie ein Selbständiger, der seit Jahren auf Hochtouren läuft. Eine 60-70 Stunden-Woche ist da gar nichts.

Selbstausbeutung und Zwang zum Präsentatismus

Immer wieder warnen Experten vor dieser Selbstausbeutung. Bezeichnend finde ich den Ausspruch von Stefan Poppelreuter, Psychologe: "Niemand kommt auf die Idee, zwölf Stunden lang Zementsäcke zu schleppen, aber das Gehirn wird betrachtet, als könne es im Dauerbetrieb sein". Es gibt viele Menschen, die leiden am Präsentatismus und einer Selbstausbeutungsbereitschaft. Sie meinen, unersetzbar zu sein. Dabei wissen wir alle, dass ein ausgeschlafenes Gehirn viel schneller und effizienter arbeitet als ein überlastetes. Und trotzdem schaffen viele Arbeitssüchtige nicht den Absprung, den Tag zu beenden. Die Folge: Jeder siebte kann von seiner Arbeit nicht mehr loslassen und hat es verlernt seine freie Zeit sinnvoll zu gestalten. Völlig desorientiert sind diese Menschen dann in ihrer Freizeit, wissen nichts damit anzufangen. Dazu hat Rolf Gasche, der als ehemals Betroffener heute Arbeitssüchtige betreut, gesagt: "Sie versuchen, ein Loch in sich zu füllen, kümmern sich aber nicht um das Loch, sondern nur um das Füllen."


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