Sind Bestände böse?
Posted by admin in Leistungsangebot

Etwas in Besitz und Bestand zu halten, bedeutete Sicherheit und vor schlechten Zeiten gewappnet zu sein. Das lehrte uns zumindest das Denken unserer Großväter, die seinerzeit Vieles bis Alles verloren haben. Ist dieses Besitz- und Bestandsdenken überhaupt noch en vogue?
Dr. Thorsten hartmann hat mich mit seinem Buch "Bestände sind böse" nachdenklich gestimmt. Die Kaizen-Anhänger, als Vorbild Japan, wissen auch bei den Beständen, wie man sie schlank halten kann. Just-in-time heißt das Schlagwort. Alle benötigten Einbauteile müssen dann vor Ort sein, wenn sie quasi gebraucht werden. Ohne Zeitverlust, ohne Wenn und Aber. Wehe, wenn die Teile nicht rechtzeitig geliefert werden. Dann steht die Produktion…
Die "böse Bestandstheorie" geht meines Erachtens nur auf, wenn die philosophie bei den Lieferanten vollständig angekommen ist und auf diese absolut Verlass ist. Was aber, wenn widrige Umstände, wie Stau, Unfall auf der Fahrtstrecke, unerwarteter Personalausfall, das just-in-time-System scheitern lassen. Dann bricht dieses System ein wie ein Kartenhäuschen. Und solche Fälle sind doch kein Einzelfall, oder nicht?
Da muss man wohl abwägen, was mehr kostet: Bestände oder Wartekosten in der Produktion. Und eines sei noch gesagt: Sich auf fremde Lieferanten zu verlassen, da ist man im Einzelfall auch wirklich verlassen. Außerdem begibt man sich in die Klauen von Fremden, man gerät in die Abhängigkeit. Ist das immer erwünschenswert?
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