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Schritt für Schritt zum Business Blog-Karneval

abgelegt im Archiv Arbeitstechniken am 19.11.06

Schritt für Schritt zum Business Blog-Karneval
Vorhin habe ich ja angekündigt, dass ich erzählen will, wie ein Blog-Karneval aus Sicht des gastgebenden Weblogs funktioniert. (Eigentlich wollte ich diesen zweiten Teil ja erst morgen posten, aber das werde ich zeitlich nicht schaffen, daher heute schon.)
Natürlich kann ich nicht für die Allgemeinheit sprechen, es gibt für alles immer viele mögliche Wege. All diese Schritte habe ich jedenfalls als Gastgeberin des 1. Business Blog-Karnevals unternommen:

1. Sich schlau machen:
Recherchieren, welche Blog-Karnevals zu welchen Themen mit welchen Zielgruppen in welchen Sprachen es schon gab. Eventuell mit den Gastgebern und/oder den teilnehmenden Blogs in Verbindung treten und sie nach ihren Erfahrungen und nach Tipps fragen.

2. Zielgruppe und Thema defnieren, Sprache und Zeitraum festlegen und ein Karnevals-Logo basteln:
Überlegen, welche LeserInnen-Zielgruppe mit dem Karneval angesprochen werden soll. Das war für mich natürlich ganz leicht zu entscheiden: Selbstständige und hier besonders KleinunternehmerInnen und FreiberuflerInnen.
Schwieriger war dann schon das Finden eines Themas. Es soll möglichst viele Leser der Zielgruppe interessieren. Es darf nicht zu eng gefasst sein, damit sich möglichst viele Experten-Weblogs animiert fühlen, mitzumachen. Es darf aber auch nicht zu allgemein sein, sonst kommt auch nur allgemeines Geschwafel heraus oder die Experten wissen nicht, worüber sie schreiben sollen.
Ich hatte ursprünglich das Thema nicht stark genug eingegrenzt, wurde aber von anderen darauf hingewiesen, mit denen ich über das Karnevals-Thema sprach. Also haben wir uns zu dritt beraten und dann auf den Themenbereich geeinigt, der jeden Selbstständigen interessieren MUSS, weil er sonst nicht mehr lange selbstständig ist: Die Akquise.
Ich entschied mich für eine etwa dreiwöchige Laufzeit des Blog-Karnevals mit markantem und daher gut merkfähigem Ende-Termin (minutengenauer Beginn der "richtigen" Karnevals-Saison) mit etwa einer Woche Vorlaufzeit ab Ankündigung des Blog-Karnevals.
So würden alle teilnehmenden Experten ausreichend Zeit haben einen oder mehrere Beiträge zu verfassen und der Zeitraum wäre nicht so lang, dass der ganze Blog-Karneval sich im Sand der Langeweile verläuft.
Und dann galt es noch - auch diesen Tipp bekam ich von Kollegen - ein Logo für den Blog-Karneval zu entwickeln, damit die Beiträge durch immer dasselbe Bild einen hohen Wiedererkennungswert haben.

3. Die Weblogs recherchieren, die auf jeden Fall Experten zum Thema sind:
Das war für mich richtig viel Arbeit. Erstens bewege ich mich ja noch nicht so lange in der Blogger-Szene, dass ich mal eben 100 Experten-Weblogs aus dem Ärmel schütteln kann. Also habe ich erst mal fast zweit Tage damit zugebracht, zu googlen, bei Technorati und in anderen Blog-Verzeichnissen zu stöbern, mich von Link zu Link zu hangeln und in den gefundenen Blogs zu schmökern (hab mich natürlich zwischendurch in deren spannenden Postings festgelesen und ab und an mal tüchtig in Links und weiteren Links verzettelt - Alltag des Surfers eben).
Zweitens ist es gar nicht immer so einfach, eine E-Mail-Adresse der Blogger zu finden. Es haben nämlich längst nicht alle Blogs ein Impressum mit Kontakt-E-Mail-Adresse.

4. Eine Ankündigung des Karnevals im eigenen Blog posten:
Um einen Bezugsartikel für interessierte Blogger zu haben, habe ich den Blog-Karneval angekündigt, damals noch mit zu allgemeinem Thema.

Als ich dann so etwa 100 Experten-Weblogs mit ihren Kontakt-Adressen in einer Excel-Tabelle gelistet hatte, habe ich allen eine Einladung zum Blog-Karneval gemailt. Erklärt, was ein Blog-Karneval überhaupt ist, wie er funktioniert und die Eckdaten (Zeitraum, Regeln, Thema) mitgeteilt.
Und natürlich um Weiterleitung an weitere in Frage kommenden Experten-Blogs gebeten.

5. Nicht bloggende Business-Experten einladen:
Über meine eigenen Geschäfts-Kontakte habe ich weitere Business-Experten eingeladen, die selbst kein Weblog schreiben, den Blog-Karneval um Beiträge zum Thema zu bereichern. So kamen für diesen Blog-Karneval z. B. mindetsens 10 Experten-Beiträge, die von Nicht-Bloggern verfasst wurden.

6. Pressearbeit:
Natürlich soll - wie gesagt, ich bin Werberin - der Blog-Karneval auch in der Öffentlichkeit bekannt werden. Gut für mein Blog, gut für die anderen teilnehmenden Blogs. Für die meisten Business-Blogger sind - das unterstelle ich jetzt einfach mal - neben dem Spaß am Bloggen Ruhm und Ehre sicher auch Motivationsfaktoren zum Bloggen.
Wiederum mit Kollegenhilfe stellte ich also einen Medien-Verteiler aus etwa 140 Print- und Online-Redaktionen zusammen und recherchierte die kostenfreien Pressedienste im Internet.
All diese möglichen Multiplikatoren erhielten von mir 5 Tage vor dem Start des Blog-Karnevals eine offizielle Pressemitteilung.
Die Medien-Resonanz war allerdings gleich Null, jedenfalls, soweit ich das verfolgen kann. Wenn nicht inzwischen "heimlich" irgendwo was zum Blog-Karneval veröffentlicht wurde, hat von den klassischen Medien wirklich niemand das Thema aufgegriffen.
Was mich schon etwas wundert, ist doch Web 2.0 - und ein Blog-Karneval ist eine Web 2.0-Aktion - in allen Medien Thema. Es würde mich wirklich mal interessieren, warum diese Aktion in den klassischen Medien keine Resonanz fand. Hat vielleicht jemand eine Idee, woran das liegen könnte?

7. Die Rolle als gastgebendes Weblog während des Blog-Karnevals:
Am Starttermin des Blog-Karnevals habe ich einen Eröffnungs-Beitrag gepostet und den Permalink dazu an alle Eingeladenen geschickt.
Während der Laufzeit des Blog-Karnevals trudelten dann in meiner Mailbox die Permalinks zu Blog-Karnevals-Beiträgen von Experten-Weblogs ein.
Außerdem bekam ich die Beiträge der nicht-bloggenden Business-Experten zugemailt, die ich dann in meinem Weblog einstellte.
Zweimal zwischendurch habe ich eine Zwischenbilanz veröffentlicht und den Eingeladenen auch zugemailt, um alle auf dem Laufenden zu halten.
Und am 11.11. habe ich den Blog-Karneval mit einem Schluss-Artikel und wiederum einer Mail an alle Beteiligten und Interessierten beendet.

8. Das Gewinnspiel zum Blog-Karneval:
Etwa eine Woche vor Ende des Karnevals ist es mir geglückt, einen Gewinn-Sponsor mit einem für die Zielgruppe der Selbstständigen wirklich attraktiven Preis zu finden: Drei Lizenzen einer Finanz- und Kalkulations-Software speziell für kleine Unternehmen. Treffer, versenkt.
Und auch das wurde natürlich an den gesamten Verteiler gemailt.

9. Die Zusammenfassung der Blog-Karnevals-Ergebnisse:
Das war dann noch mal richtig heftig für mich. Vor allem, weil so unglaublich viele - 131 ! - Beiträge zum Thema eingegangen sind. Ich habe eine Linkliste zu allen Beiträgen erstellt und alle Artikel nach Kategorien sortiert. Dazu musste ich sie natürlich alle lesen, teilweise mehrfach und sortieren.
Aber das Ergebnis kann sich dank der unglaublich tollen Beteiligung sehen lassen, finde ich:

Das Wissensdossier zum Thema Akquise und Kundenbindung
Und diesen Permalink bekamen dann wiederum alle Interessierten und Beteiligten, verbunden natürlich mit einem dicken Dankeschön von mir.

10. Die Nachbereitung
Nach Veröffentlichung des Wissensdossiers habe ich noch einmal eine Pressemitteilung an die kostenlosen Online-Pressedienste und den Medien-Verteiler geschickt, leider bislang auch wieder ohne Resonanz.
Und last but not least gibt es jetzt diese beiden Beiträge, die anderen Business-Blogs die Entscheidung hoffentlich erleichtern, selbst einen Blog-Karneval zu veranstalten.
Als "Sparrings-Partner" stehe ich natürlich gern zur Verfügung, wenn gewünscht.

Permalink: Schritt für Schritt zum Business Blog-Karneval

Tags: 1.+Business+BlogKarneval+in+Deutschland  Tutorial  SchrittfürSchrittErklärung  Pressearbeit  Einla 

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