Schlecht gestaltete Websites machen krank, wirklich körperlich krank
abgelegt im Archiv Work-Live-Balance am 22.12.06
Es gibt eine neue Krankheit: das frisch entdeckte Mouse Rage Syndrom (MRS), das durch schlecht gestaltete Webseiten und zu langsame Internet-Verbindungen entsteht und dessen Folgen sogar lebensgefährlich sein können.
Für die Untersuchung wurden vom britischen Social Issues Research Centre (SIRC) - das unter anderem für die britische Regierung tätig ist - 2.500 User aus verschiedenen Altersgruppen und mit unterschiedlichen IT-Erfahrungen verdrahtet und darüber permanent medizinisch vermessen.
Die Symptome von MRS:
Extreme Stress-Symptome: Andauerndes wütendes Klicken auf die Maustasten, Muskelzittern, Augenflickern, Herzrasen, Schweißausbruch, flacher Atem, rasender Puls oder sogar lautes Anschreien des Computer-Monitors.
Die Ursachen:
Die Computerzeitung schreibt dazu:
Als Ursache für MRS haben die Wissenschaftler eindeutig ein schlechtes Webdesign sowie einen zu langsamen Internetzugang identifiziert. "Langsam aufbauende Seiten, schwer zu navigierende Internet-Auftritte, Pop-ups, flackernde Flash-Animationen und Banner sowie der Topauslöser: 'Error 404, File not found!'" sind nach Ansicht der Verfasser der Studie die Ursachen für die unkontrollierten Reaktionen der User und den gesundheitsschädlichen Nebenwirkungen.
"Das ultimative Maß aller Webseiten ist heute Google: Ein asketischer Auftritt mit einer unvorstellbar kurzen Responsezeit und einem hohen Grad an Präzision", heißt es in dem Untersuchungsbericht.
Na, mir fielen bisher auch ohne diese Studie genügend gute Gründe ein, eine Website schön schlank und schnell nur mit CSS und nicht mehr mit gäääähn-Tabellen oder sogar mit igitt-Frames ("igitt" ist übrigens zum Unwort des Jahres gewählt worden) zu layouten. Und all die völlig sinnfreien Intro-Flash-Filme, die mir die Zeit stehlen, mochte ich auch noch nie.
Aber nun hab ich auch noch zwei gesundheitliche Gründe, das beizubehalten: Das Verhindern von "Augenkrebs", den flickerndes Klicki-Bunti verursacht ;-) und das Bedürfnis, die Kunden meiner Website-Kunden gesund und munter zu erhalten statt sie durch MRS dahinsiechen zu lassen.
So lautet also der appell von Jacques Geyling, Geschäftsführer des britischen Web-Hosters Rackspace, der die Studie in Auftrag gegeben hat, Internet-Auftritte möglichst stressfrei für den User zu gestalten.
Es mag bei diesem Appell einen möglicherweise nicht ganz uneigennützigen Hintergrund-Gedanken des Webhosters geben: Schlanke, übersichtliche Internet-Sites benötigen weniger Webspace als schlecht gestaltete, ergo sparen die Webhoster Serverkosten. Aber selbst wenn, Recht hat der Mann allemal.
Wenn Sie also demnächst Ihre Unternehmens-Site relaunchen wollen, sollten Sie neben "schön soll sie sein" auch die Usability-aspekte dringend im Kopf haben.
Mehr zum Thema z. B.:
Internet-World
Netzeitung
ORF

"Das ultimative Maß aller Webseiten ist heute Google: Ein asketischer Auftritt mit einer unvorstellbar kurzen Responsezeit und einem hohen Grad an Präzision", heißt es in dem Untersuchungsbericht.
Tags: Mouse+Rage+Syndrom MRS Studie WebsiteLayout Internetauftritt Gestaltung Usability Stress Gesundheit
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