16Sep

Iiih, wenn das stimmt, was ich im VNR-Newsletter las, muss ich ja umlernen. Dabei war ich bisher immer so stolz darauf, dass ich mehrere Sachen gleichzeitig bearbeiten kann, also Multitasking-fähig bin, wie's auf schlau heißt.

Also, da steht nämlich, (Mist, da muss ich wirklich viel zitieren, aber egal):

es ist inzwischen wissenschaftlich erwiesen, dass das gleichzeitige oder schnell wechselnde Erledigen von Aufgaben produktivitätshemmend ist.

David Meyer und Jeffrey Evans, Hrinforscher an der Universität Michigan, haben herausgefunden, dass der ständige Wechsel zwischen mehreren Aufgaben die Effektivität des Gehirns um bis zu 40 % mindert. Zu ähnlichen Ergebnissen kam der Bremer Arbeitswissenschaftler Firedrich Ungerer in einer Testreihe mit telefonierenden Autofahrern.

Für die berufliche Praxis bedeutet das: Wer mehrere Arbeiten auf einmal statt hintereinander erledigt, braucht für dieselben Ergebnisse mehr Zeit. Gleichzeitig steigt die Fehlerquote, was sich in geringerer Qualität niederschlägt oder weiteren Zeitverlust für Korrekturen bedeutet.

Da die Ressourcen des Gehirns nicht unbegrenzt sind, werden Teile davon in den Umschaltphasen regelrecht verpulvert. Das führt zu dem gefürchteten Nachlassen von Konzentration und Leistungsfähigkeit. Und ein Teufelskreis beginnt beim Versuch, diese Schwächung durch zusätzlich gesteigerte Umtriebigkeit auszugleichen.

Und als wenn das noch nicht ausreichen würde, um mich nachdenklich zu stimmen, lese ich da auch noch, dass die ständige Informationsüberflutung zu (negativem) Stress führen kann. Sacht laut VNR die AOK, und die muss es ja wissen. Obwohl, Letzteres war nix wirklich Neues für mich.

Also, ehrlich gesagt, so ein bisschen habe ich die Sache mit der Effizienz in letzter Zeit am eigenen Leib, naja, der eigenen Produktivität, erfahren. Ich hatte so viele Baustellen offen, dass ich mich selbst sehr unter Druck gesetzt habe, möglichst viel gleichzeitig zu erledigen. Lauter "mal eben"s. Und hab festgestellt, dass ich dadurch irgendwie nix mehr richtig konzentriert und zu Ende gemacht habe. Ich glaub, ich geh da mal bei und änder mein Umgehen mit anstehenden Aufgaben.

Die Checkliste, die's zu dem Thema vom VNR gibt, ist geht so, finde ich. Aber in, zwei Punkte darin finde ich ganz hilfreich. Aber das haben Checklisten dieser Art wohl so an sich. Für jeden stecken ein paar anwendbare und ein paar weniger nützliche Tipps drin.


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3 Responses to “Multitasking bremst die Effektivität”

  1. Mein handeln im Arbeitsalltag ist fast nur im kreativen Bereich des Entrepreneurship zu finden. Zusätzlich denke ich optisch. Ohne große Pinwände zum visualisieren bin ich aufgeschmissen. Multitasking liegt in der Luft. Was mir nach vielen ausprobierten Modellen hilft, das ist das “Get Things Done² System von David Allen. Einen guten Überblick über diesen Denkansatz gibt es bei Wikipedia.

  2. BFreith sagt:

    Nee, das geht auch nicht. Und dass Frauen das angeblich besonders gut können, ist m.E. eine Mär aus alten Zeiten. Als man im Kochtopf oder in der Kochwäsche rührte und gleichzeitig den Kindern Befehle zurief. Spätestens wenn die Milch anbrannte, weil der Briefträger klingelte, hörte es aber auch schon damals auf…

  3. Der Spiegel hat neulich über über eine interessante Studie berichtet: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,491334,00.html

    Und die alten Zenmeister wussten es auch schon: http://blog.gluecksnetz.de/2007/07/01/das-geheimnis-des-glucks/

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