Mahnen - ein heikles Thema? - Part II
abgelegt im Archiv Finanzen am 24.01.07
In diesem Artikel geht es um Mahnungen. Nein, nicht die, die Sie bekommen, sondern die, die Sie schicken müssen. Den ersten Teil dazu gab's gestern.
2. Problem: Gespräche über Geld und erst recht über Außenstände sind peinlich und heikel?
Nein, sind sie überhaupt nicht. Warum auch? Geld gehört genau so zum Deal wie Ware bzw. Dienstleistung. So, wie Sie selbstbewusst über Ihre Leistungen und Kompetenzen sprechen, können Sie auch souverän über ihr Honorar sprechen. Vor dem Auftragszuschlag und erst recht, nachdem Sie zur Zufriedenheit Ihres Kunden geliefert haben.
Die Sorge, einen Kunden zu vergrätzen, weil Sie ihr ausstehendes Honorar einfordern, ist meiner Erfahrung nach in den allermeisten Fällen völlig unbegründet. Im Gegenteil: Wenn Sie nett aber bestimmt mahnen, steigt man eher in der Achtung seiner Kunden, signalisiert man doch damit, dass man seinen "Laden" auch unter betriebswirtschaftlichen Aspekten im Griff hat.
3. Problem: Standardmahnungen werden - genau wie die unbezahlten Rechnungen - nicht beachtet
Bei der Lösung dieses Problems können Sie gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Sie können nett und freundlich mit Ihrem Kunden umgehen und zudem Ihrer Mahnung einen hohen Aufmerksamkeitswert zuweisen.
Wie? Eigentlich ganz einfach: Mit Humor. Schreiben Sie keine amtsschimmeligen Standard-Mahnungen sondern nette Briefe, die persönlich sind und auffallen.
Auf diese Weise zaubern Sie auch beim "unangenehmen" Thema Mahnung ein Lächeln ins Gesicht Ihres Kunden und beschleunigen wahrscheinlich den Zahlungsausgang an Sie.
In der Süddeutschen online findet sich - aus August 2005, nichstdestotrotz sehr passend - ein Artikel über die Mahnungen des Werbetexters christof Schössler.
Seine Mahnungen kamen so gut an, dass er inzwischen etwa 20 Prozent seines Umsatzes mit dem Entwerfen individueller Zahlungserinnerungen für andere Freiberufler und Unternehmen macht.
Auch 'ne Geschäftsidee ;-)
Zwei seiner Mahnungen zitiere ich hier mal aus dem Artikel. Sie sind wirklich nett:Schauen Sie aus dem Fenster. Sehen Sie den winkenden Mann im T-Shirt an der Mauer gegenüber? Das bin ich. Warum ich mitten im Januar kurzärmlig unterwegs bin? Ganz einfach: Hier draußen ist es immer noch viel wärmer als bei mir zu Hause. Da fehlt derzeit einfach die Kohle für den Ofen. Aber à propos Kohle...
Liebe Frau Meyer. Meines Wissens sind Sie doch eine große Katzenfreundin. Darum eine Bitte: Würden Sie meinen wunderschönen, rot gestromten Kater vorübergehend in Pflege nehmen? Ich selber kann ihm derzeit keine artgerechte Haltung mehr bieten, seit gestern wegen der immer schlechteren Versorgungslage in der Küche unter lautem Protest auch die letzte Maus aus meiner Wohnung gezogen ist. Sollte Ihnen diese praktische Unterstützung jedoch nicht möglich sein, würde es Katerchen auch helfen, wenn Sie alternativ vielleicht einfach jene Mäuse überweisen könnten, nach denen sich Samtpfote so sehr sehnt.

Liebe Frau Meyer. Meines Wissens sind Sie doch eine große Katzenfreundin. Darum eine Bitte: Würden Sie meinen wunderschönen, rot gestromten Kater vorübergehend in Pflege nehmen? Ich selber kann ihm derzeit keine artgerechte Haltung mehr bieten, seit gestern wegen der immer schlechteren Versorgungslage in der Küche unter lautem Protest auch die letzte Maus aus meiner Wohnung gezogen ist. Sollte Ihnen diese praktische Unterstützung jedoch nicht möglich sein, würde es Katerchen auch helfen, wenn Sie alternativ vielleicht einfach jene Mäuse überweisen könnten, nach denen sich Samtpfote so sehr sehnt.
Permalink: Mahnen - ein heikles Thema? - Part II
Tags: Mahnung Mahnungen mahnen Forderungen Humor Honorar
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