Kommunikation: Götterdämmerung für E-Mails?
abgelegt im Archiv Arbeitstechniken am 14.07.07
Hmm, ick gloob det nich. Ich glaube nicht, dass E-Mails mittelfristig durch andere Kommunikationsformen ersetzt werden.
Die Götterdämmerung für E-Mails wird aber gerade in der Blogosphere eifrig heraufbeschworen: Klaus Eck lässt sich darüber aus, dass E-Mails unwichtiger werden und Mark Pohlmann singt diesem Medium im Themenblog ebenfalls einen Abgesang.
Beide schreiben darüber, dass Blogs, Chats, Twitter, Social bookmarks und Social Networks immer mehr die E-Mail ersetzen, und dass E-Mails viele Nachteile in sich bergen.
Ja, die Mailboxen sind zunehmend Spam-verseucht, ja, E-Mails lenken tüchtig vom Daily Business ab, ja, per Mail zwingt man den Empfängern die Inhalte auf, während das Lesen von Blogs etc. freiwillig passiert, ja, es werden unglaublich viele redundante Informationen per Mail verschickt.
Und ja, auch ich chatte mit einigen Leuten inzwischen öfter, als ich mir Mails mit ihnen hin- und herschicke.
Aber: Die "Aufzwing-Situation" bei Twitter & Co. ist dieselbe wie bei Mails. Abgesehen davon, dass ich ja bekennende Twitter-Hasserin bin.
Die Informationen, die ich blogge oder an meine Netzwerke weiterreiche, habe ich auch früher nicht per E-Mail an Einzelempfänger gemailt, und die Tipps, die ich nur für bestimmte Menschen für interessant halte, maile ich nach wie vor.
Immer dann, wenn es um den Austausch mit Einzelnen geht, ist Mailen m. M. nach bisher allenfalls durch Chatten substituierbar, und wenn es um bestimmte Business-relevante Inhalte geht, präferiere ich selbst dort die Mail. Schon, weil Mails deutlich besser archivierbar sind als chat-Protokolle. Zum Plaudern allerdings sind Chats prima.
Also, wie gesagt: Ich seh das anders als die "Totengräber des E-Mailens". Meiner Meinung nach ist dieses Kommunikationsmittel noch sehr lebendig und wird es wohl auch noch eine ganze Weile bleiben.

Permalink: Kommunikation: Götterdämmerung für E-Mails?
Tags: EMail Kommunikationsmedien Social+networks Blogs Social+Bookmarks Twitter
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Kommentar von:
Alexander Greisle
(14.07.07 10:00 Uhr)
Hinzu kommt, dass ich keine Lust habe, meine Kommunikation über zig Kanäle zu gestalten. Den einen besser über Twitter, den anderen über Xing, den dritten nur über Chat. Das schöne an E-Mail ist, dass man dort einen zentralen Kommunikationsplatz hat. Vielleicht kommt ja auch irgendwann ein Dienst, der mir an einem Platz eine Schnittstelle zu allen anderen Diensten bietet, so dass ich mich nicht mehr darum kümmern muß, wen ich wie erreiche. Dann reden wir nochmal über das Ende von E-Mail ;-)
Kommentar von:
Karrierebibel
(14.07.07 18:39 Uhr)
Interessanter daran finde ich, dass das geschriebene Wort inzwischen das gesprochene dominiert. Früher haben die Leute doch häufiger zum Hörer gegriffen - heute tippen sie lieber: ob nun SMS, Emails oder Twitter&co.
Kommentar von:
susi
(18.09.09 21:07 Uhr)
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