Klasse positioniert: Zum Beispiel Hotels
Posted by admin in Strategien

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich fühle mich oft in Hotelzimmern nicht besonders wohl. Viele von ihnen scheinen eine fühl-dich-einsam-Duftmarke eingebaut zu haben.
Da ich, wie viele von euch sicher auch, geschäftlich oft in Hotels übernachte, bin ich ziemlich hellhörig und -äugig, wenn Hotelmanagements sich etwas ausdenken, die mir das Leben dort gemütlicher gestalten.
Eine sehr coole Idee hat Hannes aufgetan: The Benjamin in New York (ok, da bin ich nun nicht soo oft, genauer gesagt, war ich da noch nie) gibt seinen Gästen eine Einschlaf- und fest-schlaf-Schlafgarantie. Wer nicht gut schläft, übernachtet eine Nacht gratis. Dazu haben sie sich lauter schicke Schnickschnacks überlegt vom Schlafconcierge über Schlummer-Snacks, Anti-Schnarch-Maßnahmen und Entspannungsmassagen bis hin zu speziellen Kissen, die so gut ankommen, dass das Hotel sie jetzt sogar verkauft. Von den speziellen Hundebetten für die besten Freunde ihrer Gäste mal ganz zu schweigen.
Die haben echt begriffen, was ein Gast von einem guten Hotel erwartet. Nämlich, dass er gut schläft. Eigentlich so naheliegend, dass ich mich frage, warum nicht schon mehr Häuser sich auf dieses A1-Gästebedürfnis konzentrieren und sich darüber positionieren.
Auf ein anderes Schlafbedürfnis von Hotelgästen, nämlich die Möglichkeit auszuschlafen, haben ja schon Anja Förster und Peter Kreuz in ihrem großartigen Buch Alles außer gewöhnlich hingewiesen, das übringens auf der Frankfurter buchmesse gerade zum Wirtschaftsbuch des Jahres gekürt wurde – zu Recht, wie ich finde.
Sie beschreiben ein Hotel, das endlich nicht mehr auf den Standard-Auscheck-Zeiten besteht, die für "Nachtarbeiter" heftig früh sind. In diesem Haus – ich weiß nicht mehr, welches – dauert ein Buchungstag 24 Stunden, d. h., wenn der Gast abends eincheckt, kann er auch bis abends bleiben.
Wenn ich so an die Zeit zurückdenke, als ich noch Bands getourt habe, wäre sich so manches Mal froh gewesen, wenn ich die Musiker nicht schon um 10.00 Uhr aus den Betten hätte pfeifen müssen, weil es sonst kein Frühstück mehr gibt und um 11.00 Uhr ausgecheckt sein muss. Die Nächte im Rock'n Roll dauern gern mal bis zum Hellwerden und wenn man dann schon mal ausschlafen könnte…
Langer Rede, kurzer Sinn: Es geht doch.
Lasst uns diese guten Ideen doch zum Anlass nehmen, auch in unserem Business mal wieder konzentriert darauf zu gucken, was unsere Kunden sich wirklich wünschen.
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