3Dez
... Ideen umsetzen dagegen sehr?

Ideen finden ist nicht schwer, sie umzusetzen dagegen sehr?

Hab mich heute mal wieder ein bisschen bei Monika Birkner festgelesen. In ihrem Artikel Zu viele Ideen, zu wenig Umsetzung? – 10 Tipps für mehr Umsetzungserfolg gibt sie sehr praktische Hilfestellungen, wie man dafür sorgen kann, dass Ideen ihren Weg ins Leben finden.

Nicht erwähnt, zumindest nicht direkt, hat sie dabei eine Methode, die ich als sehr hilfreich in diesem Prozess empfinde:

Die Walt-Disney-Methode. Sie geht tatsächlich auf den genialen Zeichner und Filmprodzenten zurück, der angeblich wirklich drei Stühle in seinem Büro hatte, zwischen denen er hin- und herwechselte, wenn es galt, Ideen zu entwicklen und umzusetzen. Dabei nahm er auf jedem Stuhl eine bestimmte Rolle ein:

1. Die des Träumers: Hier werden die Idee geboren. Begeistert, ungefiltert, ohne jegliche Zensoren-Schere im Kopf, bar jeglicher Analyse. Hier waltet ungebremste Kreativität. Hier sitzt der Visionär, der Ideengeber.

2. Die des Realisten: Diese Rolle ist nicht so sexy, aber mindestens genauso wichtig. Der Realist klopft die Ideen auf ihre Umsetzbarkeit hin ab, ganz pragmatisch entwickelt er das Projekt, macht Pläne zu den Arbeitsschritten, checkt die nötigen Voraussetzungen, organisiert den Workflow. Projektmanagement heißt sein Job. Er ist der Macher, Umsetzer, Realist.

3. Die des Kritikers: Er checkt die Vorgaben der beiden anderen, spielt manchmal den Advocatus Diaboli, provoziert, hinterfragt, klopft ab. Seine Aufgabe ist es, konstruktiv zu kritisieren, bis – im besten Fall – zwischen Idee und Umsetzung keine Fallstricke mehr lauern. Er ist der Qualitätsmanager, der Berater des Projekts und oft auch der Stratege der gesamten Unternehmung.

Gute Praxisanregungen zur Walt-Disney-Methode findet ihr in einer Knowledge-Map bei Absolutes Wissen und in diesem Methodenblatt (pdf).

Meiner Ansicht nach sind ja immer die Unternehmen am erfolgreichsten, deren Geschäftsführung mit drei Personen besetzt ist, die mit Ihren ganzen Persönlichkeit jeweils mindestens einen der drei Stühle besetzen. Wobei die Rolle des Kritikers wohl noch am ehesten auch zu jeweils unterschiedlichen Aneilen auf die beiden anderen verteilt werden kann.

Soll heißen: Ich denke, eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg eines Unternehmens ist, dass es drei Persönlichkeiten in der Unternehmensführung gibt:

Den Enthusiasten, Ideenlieferanten, Visionär, Spinner, Pionier (der, der besonderen Spaß am Neuen hat und die Lust verliert, wenn das Stadium des Daily Business erreicht ist) – nennt ihn, wie ihr wollt und

den Realisten, den Umsetzer, den Operativen, der auch vor Detailgefrickel nicht zurückschreckt

und den Strategen und Bremser, den "ja, aber…"-Sager, der den Überblick behält, der überprüft und aktiv dafür sorgt, dass alle auf dem Weg bleiben, der die grobe Richtung des Unternehmens in praxi vorgibt, der Unternehmensphilosophie und Unternehmenskultur im Blick behält.

Tja, und das ist meiner Meinung nach auch ein großes dilemma für Einpersonen-Unternehmen: Es ist unglaublich schwer aber unabdingbar, alle drei Rollen zu besetzen. Da hilft nur eins: Drei Stühle im Office – und ständig zwischen allen wechseln.


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2 Responses to “… Ideen umsetzen dagegen sehr?”

  1. Georg Helmut sagt:

    Das mit den drei Rollen als Einzelunternehmer kenne ich nur zu gut. In der Phase der Kritik, ziehe ich gerne meine Frau zu Rate. Man muss nur so ehrlich bleiben, dass man, wenn die Meinung nicht der eigenen entspricht, seine notwendigen Schlüsse daraus zieht und nicht zum nächsten Vertrauten rennt, der einem mehr nach dem Mund redet, weil er einem nicht verletzen will.

  2. Georg Helmut sagt:

    Das mit den drei Rollen als Einzelunternehmer kenne ich nur zu gut. In der Phase der Kritik, ziehe ich gerne meine Frau zu Rate. Man muss nur so ehrlich bleiben, dass man, wenn die Meinung nicht der eigenen entspricht, seine notwendigen Schlüsse daraus zieht und nicht zum nächsten Vertrauten rennt, der einem mehr nach dem Mund redet, weil er einem nicht verletzen will.

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