6Jan
'Geschäftsidee': Freiberuflicher Schwarzseher-Erwischer

Nee, ne?

Im morgigen SPIEGEL wird's wohl ausführlicher zu lesen sein, was ich heute schon bei satundkabel.de fand:

Freiberuflicher Rundfunkgebühren-Eintreiber bei der GEZ zu sein scheint sich zu lohnen:

Das Eintreiben der Rundfunkgebühren durch die Gebühreneinzugszentrale (GEZ) in Köln ist vor allem für die eingesetzten freiberuflichen Mitarbeiter ein lukrativer Job.

So hätten 136 Eintreiber des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) im Jahr 2006 Provisionen von insgesamt 4,23 Millionen Euro kassiert, berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" in seiner kommenden Ausgabe (Montag). Das wären durchschnittlich umgerechnet 31.000 Euro pro Freiberufler.

Holla, die Waldfee. Für 31 Tausender im Jahr muss `ne alte Frau lange stricken. Wenn das nicht so ein unangenehmer Job wär, käm man da ja glatt ins Nachdenken…

Und laut SPIEGEL, bzw. laut Lesart des SPIEGEL-Artikels durch satundkabel ist das nur die Spitze vom Gelddberg. So habe der

öffentlich-rechtliche Sender Rundfunk Berlin-Brandenburg im vergangenen Jahr 40 Prozent der Nachzahlungen an seine Beauftragten weitergereicht.

Und zusätzliche Provisionen für besonders erfolgreiche Schwarzseher-Erwischer gibt es wohl auch noch dazu.

All diese schnuckeligen Zahlen haben aber nicht etwa die Rundfunkanstalten an den Spiegel rausgerückt (Na, DAS hätte mich auch gewundert):

Erst durch eine Anfrage im Landtag habe sich die sächsische Landesregierung dazu gezwungen gesehen, Angaben über die Millionenzahlungen zu machen.

Hm, das Geschäft muss sich für die Rundfunkanstalten und die GEZ aber wohl trotzdem noch lohnen, sie setzen die freiberuflichen Erwischer ja sicher nicht ein, weil sie aus karmischen Gründen was für die Beschäftigungspolitik tun wollen. Dann muss man ja nur noch ein bisschen hochrechnen…

Ich bin wirklich ein bisschen baff ob dieser Zahlen. Was und wer da alles so mit unseren Rundfunkgebühren bezahlt wird, ts ts ts.


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4 Responses to “‘Geschäftsidee’: Freiberuflicher Schwarzseher-Erwischer”

  1. Torsten sagt:

    Äh… 31.000 brutto im Jahr für einen 40- oder 50-h-Job ist nicht ganz so toll, oder?

  2. Emmaglamour sagt:

    Also, ich glaub’ die Zahl nicht. 31.000 Zacken für einen Fulltime-Freiberufler sind ausgesprochen wenig Geld. Ich glaube, da kann man gemütlich verdoppeln, und dann ist man immer noch nicht mal in der Nähe des tatsächlichen Verdienstes pro Gebühreneintreibernase. Ein Bekannter von mir, Handwerksmeister, hat zwei Jahre den GEZ-Mann gegeben, weil er sich von dem damit erwirtschafteten Geld anschließend einen Betrieb mit Laden kaufen konnte. Mit 31.000 Krachern pro Jahr hätte er das ganz sicher nicht leisten können.

  3. Elke Fleing sagt:

    @Torsten: Wer sagt denn, dass die Freiberufler fulltime arbeiten? @Emmaglamour: Ich hatte ja geschreiben, dass die genannten 31.000 nur die Spitze des Geldbergs sind: plus weitere Provisionen plus…
    Also, für mich hört sich das nominell nach ziemlich attraktivem Nebenverdienst an. Machen möchte ich den Job allerdings dennoch nicht…

  4. Wolfgang Uhr sagt:

    Hallo

    Auch wenn ich nicht viel – genau gesagt gar nichts – von “nofollow”-Blogs halte. Was die GEZ angeht, da gebe ich Ihnen recht (Siehe verlinkter Beitrag).

    Herzliche Grüße
    Wolfgang Uhr

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