Franchising: Cooles Geschäftsmodell, um sich selbstständig zu machen? - Part I
abgelegt im Archiv Unternehmens-Organisation am 25.03.07
Ich weiß eigentlich gar nicht so recht, wieso ich Franchising als Möglichkeit, sich selbstständig zu machen, "geht so" finde.
Bei guten, seriösen Franchise-Gebern ist dieses Geschäftsmodell eigentlich eine prima Möglichkeit, die Risiken der Selbstständigkeit zu minimieren und die Chance, erfolgreich zu sein, ungleich höher als bei einer "normalen" Selbstständigkeit.
Trotzdem hab ich bei dem Gedanken an Franchising immer ein Grummeln im Bauch. Wahrscheinlich, weil man als Franchise-Nehmer eben doch nicht völlig unabhängig ist sondern sich in vielen Punkten in Abhängigkeit zur Geschäftspolitik des Franchise-Gebers begibt. Irgendwie fühlt sich Franchising für mich nicht nach "Selbstständigkeit" an.
Aber so what, das sind wohl typische, vom Lustprinzip gesteuerte "Mädchenargumente", die sich jeglicher betriebswirtschaftlich vernünftiger Argumentationen entziehen.
Ich bastele jetzt also mal 'nen kleinen Zweiteiler zu dem Thema. Interessant ist's allemal.
Was ist eigentlich Franchising?
Monster.de bringt eine gute Definition:Der Begriff Franchising oder Konzessionsverkauf ... bezeichnet eine Art des indirekten Verkaufs, bei der ein Franchise-Geber einem Franchise-Nehmer die regionale Nutzung eines Geschäftskonzeptes gegen Entgelt zur Verfügung stellt.
Definition und Grundprinzip:
Unter Franchising versteht man die Vertriebsform eines Unternehmens. Der Franchisegeber räumt meist mehreren Franchisenehmern das Recht ein, mit seinen Produkten oder Dienstleistungen unter seinem Namen ein Geschäft zu betreiben.
Franchising ist eine Partnerschaft selbstständiger Unternehmen, wobei eine klare Arbeitsteilung zwischen Franchisegeber und Franchisenehmer besteht, die vertraglich festgelegt ist. Beide Partner profitieren von dieser Partnerschaft durch mehr Sicherheit und höhere Gewinne.
Der Franchisegeber entwickelt die Geschäftsidee, erstellt ein Absatz- und Organisationskonzept, sorgt für den Betriebsausbau, die Ausbildung der Franchisenehmer, ihre laufende Unterstützung und die ständige Weiterentwicklung des Systems.
Der Franchisenehmer erwirbt vom Franchisegeber die Rechte zur Nutzung seines Geschäftskonzepts in einer festgelegten Region. Er profitiert vom Dienstleistungs- und Informationsangebot des Franchisegebers und von dessen Positionierung in dem Markt, d.h. von einem Wettbewerbsvorsprung und von Einkaufsvorteilen. Er kann als Existenzgründer von Beginn an unter einer etablierten Marke agieren und den Bekanntheitsgrad des Systems für seinen eigenen Erfolg nutzen. Für dieses Paket zahlt er in der Regel eine Eintrittsgebühr und laufende Gebühren.
Sowohl Franchisegeber als auch Franchisenehmer sind dabei selbstständige Unternehmer, arbeiten im eigenen Namen und auf eigene Rechung.
Und bei Wikipedia gibt's eine gute Aufzählung der Vor- und Nachteile von Franchising, und zwar jeweils sowohl für den Francise-Nehmer als auch für den Franchise-Geber:Vorteile für den Franchise-Nehmer
* Der Eintritt in den Markt wird beschleunigt, weil das System bekannt und etabliert ist.
* Der Franchise-Nehmer hat Gebietsschutz.
* Der Franchise-Geber stellt ein getestetes Geschäftskonzept und dazu ein komplettes Leistungspaket zur Verfügung.
* Der Franchise-Geber hat durch langjähriges Marketing ein gutes Image aufgebaut und pflegt dieses permanent.
* Die Kreditwürdigkeit ist bei Banken höher, da das unternehmerische Risiko reduziert ist.
* Der Franchise-Nehmer kann Größenvorteile (z. B. bei Werbeaktionen oder Einkäufen) nutzen.
* Der Franchise-Nehmer ist dennoch selbständiger Unternehmer.
* Der Franchise-Nehmer erhält eine am Markt eingeführte, bekannte Marke.
* Informationsaustausch
* Betriebsvergleiche
* Der Franchise-Nehmer erhält effiziente Arbeitsabläufe, die sich in der Praxis bewährt haben.
* Durch fortlaufende Schulungen und Weiterbildungen verbessert sich die Leistung des Franchise-Nehmers.
* Durch das Controlling des Franchise-Gebers werden schneller Missstände erkannt und verändert.
Nachteile für den Franchise-Nehmer:
* eigenes unternehmerisches Handeln stark eingeschränkt durch die Vorschriften des Franchise-Gebers
* Knebelung durch oft äußerst restriktive Verträge und durch Abnahmezwang beim Franchise-Geber (Maschinen, Rohstoffe usw.)
* Ablieferung eines Teils der Einnahmen an den Franchise-Geber
* Gefahr, dass das eigene Image durch Aktionen des Franchise-Gebers und der anderen Franchise-Nehmer beeinträchtigt wird
Vorteile für den Franchise-Geber
* Der Franchise-Geber nutzt insbesondere die Bereitschaft des Franchise-Nehmers als selbstständiger Unternehmer zu handeln.
* Wenn ein vorhandener Betrieb als Franchise-Nehmer übernommen wird, kann sofort auf ein laufendes Geschäft und einen festen Kundenstamm zurückgegriffen werden.
* Der Franchise-Geber kann den erheblichen Aufwand eines Filialsystems vermeiden und ein für sein Unternehmen zugeschnittenes Vertriebsnetz aufbauen.
* Der Franchise-Geber kann sein marktbewährtes System und Know-how mit einem recht geringen Kapitaleinsatz vermarkten.
* direkterer und zugleich mittelfristig Kapital schonenderer Marktzugang
* Rationalisierung, größere Effizienz des Systems am Markt
* steigende Attraktivität bei den Lieferanten
* schnellere Expansionsmöglichkeiten
* Markt-, Kunden- und Partnernähe
Nachteile für den Franchise-Geber:
* Verzicht auf einen Teil der Erträge
* Gefahr, dass das Konzept und das Image verwässert werden
* weniger Markt-, Kunden- und Partnernähe, als wenn er selbst die Filialen auf eigene Rechnung eröffnen würde
* großer Kontrollbedarf und entsprechende Kosten
* Risiko, von den Arbeitsgerichten, Sozialversicherungsträgern und dem Finanzamt als Arbeitgeber von Scheinselbstständigen angesehen und nachträglich mit rückständigem Arbeitsentgelt, Sozialabgaben und Einkommensteuern belastet zu werden, (so einem Franchisegeber geschehen, dessen Franchisenehmer im Tiefkühlkost-Heimservice tätig waren).
Mehr Stoff zum Thema Franchising und einige nützliche Links dazu gibt's im nächsten Beitrag.

Definition und Grundprinzip:
Unter Franchising versteht man die Vertriebsform eines Unternehmens. Der Franchisegeber räumt meist mehreren Franchisenehmern das Recht ein, mit seinen Produkten oder Dienstleistungen unter seinem Namen ein Geschäft zu betreiben.
Franchising ist eine Partnerschaft selbstständiger Unternehmen, wobei eine klare Arbeitsteilung zwischen Franchisegeber und Franchisenehmer besteht, die vertraglich festgelegt ist. Beide Partner profitieren von dieser Partnerschaft durch mehr Sicherheit und höhere Gewinne.
Der Franchisegeber entwickelt die Geschäftsidee, erstellt ein Absatz- und Organisationskonzept, sorgt für den Betriebsausbau, die Ausbildung der Franchisenehmer, ihre laufende Unterstützung und die ständige Weiterentwicklung des Systems.
Der Franchisenehmer erwirbt vom Franchisegeber die Rechte zur Nutzung seines Geschäftskonzepts in einer festgelegten Region. Er profitiert vom Dienstleistungs- und Informationsangebot des Franchisegebers und von dessen Positionierung in dem Markt, d.h. von einem Wettbewerbsvorsprung und von Einkaufsvorteilen. Er kann als Existenzgründer von Beginn an unter einer etablierten Marke agieren und den Bekanntheitsgrad des Systems für seinen eigenen Erfolg nutzen. Für dieses Paket zahlt er in der Regel eine Eintrittsgebühr und laufende Gebühren.
Sowohl Franchisegeber als auch Franchisenehmer sind dabei selbstständige Unternehmer, arbeiten im eigenen Namen und auf eigene Rechung.
* Der Eintritt in den Markt wird beschleunigt, weil das System bekannt und etabliert ist.
* Der Franchise-Nehmer hat Gebietsschutz.
* Der Franchise-Geber stellt ein getestetes Geschäftskonzept und dazu ein komplettes Leistungspaket zur Verfügung.
* Der Franchise-Geber hat durch langjähriges Marketing ein gutes Image aufgebaut und pflegt dieses permanent.
* Die Kreditwürdigkeit ist bei Banken höher, da das unternehmerische Risiko reduziert ist.
* Der Franchise-Nehmer kann Größenvorteile (z. B. bei Werbeaktionen oder Einkäufen) nutzen.
* Der Franchise-Nehmer ist dennoch selbständiger Unternehmer.
* Der Franchise-Nehmer erhält eine am Markt eingeführte, bekannte Marke.
* Informationsaustausch
* Betriebsvergleiche
* Der Franchise-Nehmer erhält effiziente Arbeitsabläufe, die sich in der Praxis bewährt haben.
* Durch fortlaufende Schulungen und Weiterbildungen verbessert sich die Leistung des Franchise-Nehmers.
* Durch das Controlling des Franchise-Gebers werden schneller Missstände erkannt und verändert.
Nachteile für den Franchise-Nehmer:
* eigenes unternehmerisches Handeln stark eingeschränkt durch die Vorschriften des Franchise-Gebers
* Knebelung durch oft äußerst restriktive Verträge und durch Abnahmezwang beim Franchise-Geber (Maschinen, Rohstoffe usw.)
* Ablieferung eines Teils der Einnahmen an den Franchise-Geber
* Gefahr, dass das eigene Image durch Aktionen des Franchise-Gebers und der anderen Franchise-Nehmer beeinträchtigt wird
Vorteile für den Franchise-Geber
* Der Franchise-Geber nutzt insbesondere die Bereitschaft des Franchise-Nehmers als selbstständiger Unternehmer zu handeln.
* Wenn ein vorhandener Betrieb als Franchise-Nehmer übernommen wird, kann sofort auf ein laufendes Geschäft und einen festen Kundenstamm zurückgegriffen werden.
* Der Franchise-Geber kann den erheblichen Aufwand eines Filialsystems vermeiden und ein für sein Unternehmen zugeschnittenes Vertriebsnetz aufbauen.
* Der Franchise-Geber kann sein marktbewährtes System und Know-how mit einem recht geringen Kapitaleinsatz vermarkten.
* direkterer und zugleich mittelfristig Kapital schonenderer Marktzugang
* Rationalisierung, größere Effizienz des Systems am Markt
* steigende Attraktivität bei den Lieferanten
* schnellere Expansionsmöglichkeiten
* Markt-, Kunden- und Partnernähe
Nachteile für den Franchise-Geber:
* Verzicht auf einen Teil der Erträge
* Gefahr, dass das Konzept und das Image verwässert werden
* weniger Markt-, Kunden- und Partnernähe, als wenn er selbst die Filialen auf eigene Rechnung eröffnen würde
* großer Kontrollbedarf und entsprechende Kosten
* Risiko, von den Arbeitsgerichten, Sozialversicherungsträgern und dem Finanzamt als Arbeitgeber von Scheinselbstständigen angesehen und nachträglich mit rückständigem Arbeitsentgelt, Sozialabgaben und Einkommensteuern belastet zu werden, (so einem Franchisegeber geschehen, dessen Franchisenehmer im Tiefkühlkost-Heimservice tätig waren).
Tags: Franchising Franchisegeber Franchisenehmer Geschäftsmodell Vorteile Nachteile
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Kommentar von:
wabe
(25.03.07 19:46 Uhr)
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Franchise kann interessant sein, aber nur wenn die richtigen Partner zusammenkommen und das ist leider nicht immer (oder eher selten) der Fall. Dies gilt auch bei sogenannten seriösen Anbieter, vor allem, wenn ein Großer mit vielen Kleinen, die zudem leicht austauschbar sind, zusammenarbeit. Ganz abgesehen, von den vielen Abzockern, die sich in diesem Bereich tummeln oder etwas Ähnliches machen, ohne das Wort Franchise überhaupt zu erwähnen. Immer wenn man in Vorkasse gehen soll, sollte die Alarmglocken ganz laut schrillen