28Jul
Des Lobes zuviel
© loop_oh

Jeder weiß es. Noch besser. Fast alle machen es: zu wenig loben! In Alltagssituation wird viel zu selten Anerkennung ausgedrückt. In deutschen Firmen fliegen kaum Lobesbälle über die Schreibtische.

Stattdessen wird im Großen kräftig gelobt. Mit überschwenglichen Lobeshymnen werden Jubilare geehrt, im Rahmen einer Betriebsveranstaltung werden großartige Leistungen hervorgestellt. Aber wo bleibt der Lob für kleinere banale Leistungen, die genauso wichtig für das Firmenüberleben sind? Ein freundlicher Mitarbeiter, der seine Kunden vorzüglich bedient. Oder ein Controllingbericht, der vor Terminabgabe fertigerstellt worden ist. Ein engagierter Mitarbeiter, der in seinem Urlaub für Aufträge sorgt. Das sind Beispiele, die ein Lob verdient haben.

Warum halten wir uns so großzügig mit Lob zurück? Tut loben weh? Loben könnte ja einschmeichelnd wirken. Ganz im gegenteil. Loben fördert die Arbeits-, Mitarbeiter- und Kundenbeziehungen ungemein. Ein Dank für eine schnelle Bezahlung an den Kunden, ein Dank für die angenehme Zusammenarbeit – das sind kleine anerkennende Worte, die zwischendurch gut ankommen.

Wie lange liegt es zurück, seid Ihr gelobt habt oder gelobt worden seid? Übrigens Eigenlob tut auch gut! Für gute Leistungen könnt Ihr Euch ruhig auf die Schulter klopfen: Gut gemacht, weiter so!

P.S. Übrigens scheint es wenig zu geben, die über loben bloggen.


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4 Responses to “Des Lobes zuviel”

  1. Ich bevorzuge das Wort Wertschätzung. Loben hat für mich so etwas Manipulatives: Eltern loben ihre Kinder, weil sie ein ganz bestimmtes Verhalten fördern wollen. Der Chef lobt einen Mitarbeiter, weil er ihm damit anzeigen will, dass der Mitarbeiter im Sinne der Firme richtig gehandelt hat. Das heißt dann Motivation. Damit stellt sich der Chef automatisch über den Mitarbeiter (“Ich sage dir, wenn du etwas richtig oder falsch machst.”).

    Wenn ich etwas ganz ehrlich meine, muss ich niemanden loben, schon gar nicht, weil das letzte Lob schon x Tage her ist. Ehrliche Wertschätzung und echte Anerkennung kommen von Herzen.

    Ich muss mich auch nicht selbst loben. Das scheint mir eine höhere Art von Selbstbetrug zu sein. Wenn mir etwas gut gelungen ist, freue ich mich. Und ich belohne mich auch dafür. Aber loben?

    Die höchste Form der Scheinheiligkeit scheint mir das Gotteslob zu sein (..”Lobet den Herrn …”). Wie würde ein Allmächtiger reagieren, wenn ihm jemand, den er angeblich geschaffen hat, sagen würde, dass er gut sei? Würde er sich darüber freuen? Oder würde er eher schmunzeln?

    Nun will ich das Lob trotz aller kritischen Betrachtung natürlich nicht niedermachen. Aber echte Anerkennung und Wertschätzung scheinen mir wichtiger zu sein.

  2. Heike Eberle sagt:

    Guten Morgen Wolff,

    danke für deine kritischen Bemerkungen. Ich sehe da mehr oder weniger eine begriffliche Verständniskluft. Loben ist bei mir nicht so negativ bis manipulativ besetzt. Ich sehe das Loben als allgemeine Wertschätzung/Anerkennung wie Du es auch siehst. Meine Intension war es, sich bewusst zu machen, dass wir den alltäglichen Dingen im Leben, die wirklich gut laufen, viel zu wenig Beachtung schenken. Ein Aufrub zum Loben, oder noch besser zur Wertschätzung eben!
    Übrigens habe ich auf deiner Seite geschmöckert. Meine Brücke: Wertschätzung erzeugt Glück!

    Viele Grüße Heike

  3. Hallo Heike,
    wenn in einem Unternehmen echte Wertschätzung untereinander herrscht, ist das eine sehr gute Basis für glückliche Mitarbeiter und glückliche Kunden.

    PS: Ich arbeite gerade zwei Bücher zum Thema Wertschätzung von Prof. Barbara Mettler-v.Beibom durch. Da werde ich mal besonders auf die Verbindung/Abgrenzung zum Lob achten. Die Bücher werde ich in Kürze rezensieren. Also einfach noch mal bei Faktor G vorbeischauen.

  4. Heike Eberle sagt:

    Hallo Wolff,
    schön, dann bin ich riesig gespannt auf die neuen Erkenntnisse. Gerne schaue ich bei Dir auch wieder vorbei, denn deine Glücksseite spricht mich sehr an!
    Glückliche Momente Heike

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