Betriebliche Versicherungen: Muss, sollte, überflüssig
abgelegt im Archiv Unternehmens-Organisation am 03.10.06
Im Consumerblog fand ich einen schönen Aufhänger für das Thema Versicherungen, die für ein Unternehmen notwendig, wichtig, sinnvoll sind.
Ich zitiere den Artikel auszugsweise und kommentiere ihn aus meiner Sicht:Anhand einer Prioritätenliste werden die Risiken in Muss, Sollte und Kann eingeordnet. Diese Vorarbeit ist wichtig, da der Versicherungsschutz individuell, nach Firmengröße, Risikoneigung und finanziellen Punkten variiert.
Anm.: Das macht Sinn. Ist etwas mühsam, kann aber viel Geld sparen. Entweder, weil man es für bestimmte Versicherungen nicht auszugeben braucht, die man vielleicht etwas unüberlegt abgeschlossen hat. Oder weil man gegen das betreffende Risiko dann auch wirklich im Schadensfall versichert ist.
Meiner Ansicht nach sollten die Kategorien Muss, Sollte, Kann dringend noch um "völlig überflüssig" oder "Schmuck am Nachthemd" ergänzt werden, denn manche Risiken sind einfach ab-so-lut unwahrscheinlich oder betreffen das jeweilige Unternehmen gar nicht.
Absolutes Muss laut Consumer-Blog:Die Firmenversicherung, auch Gewerbe- oder Betriebsversicherung genannt. Einrichtung sowie Waren und (geschäftliche!) Vorräte sind alle oder - je nach Vertrag - teilweise gegen folgende Gefahren versichert: Feuer, Leitungswasser, Einbruchdiebstahl/Raub/Vandalismus, Sturm/Hagel, Betriebsunterbrechung (Erstattung von fortlaufenden Kosten sowie entgangenem Gewinn).
Anm.: Ich habe und brauche als zu Hause arbeitende Freiberuflerin z. B. eine solche Versicherung nicht. Gehört in meinem Fall in die Kategorie "überflüssig", weil diese Schadensrisiken durch unsere Hausratsversicherung abgedeckt wären.
Versichern muss sich der Unternehmer grundsätzlich gegen alle Risiken, die den Fortbestand der Firma beeinflussen können.
Anm.: Ja, das sehe ich absolut genau so.
Dazu gehören beispielsweise die Betriebshaftpflicht-, die Berufshaftpflicht- und die Vermögensschadenhaftpflichtversicherung.
Anm.: Würde ich relativieren. Ich habe z. B. eine Vermögensschadenshaftpflichtversicherung - das ist ein Synonym für Berufshaftpflichtversicherung -, weil mein Job es mit sich bringt, dass durch mich verursachte Fehler zu wirklich horrenden Vermögensschäden bei meinen Kunden führen können. Schäden, die mich unversichert lebenslänglich in den Schuldturm bringen könnten.
Eine Betriebshaftpflichtversicherung habe ich z. B. nicht, weil die dadurch versicherten Risiken bei meiner Tätigkeit und meinen Arbeitsbedingungen nahezu gegen Null gehen: (Zitat aus Versicherung online24.com:)Als Unternehmer, Freiberufler oder Selbständiger sind Sie und Ihre Mitarbeiter zum Schadenersatz verpflichtet, wenn bei Ihren betrieblichen und beruflichen Tätigkeiten Personen zu Schaden kommen oder Sachen zerstört oder beschädigt werden.
Der Unternehmer sollte sich auch gegen die Risiken versichern, die zwar nicht existenzbedrohend sind, aber zu finanziellen Engpässen führen können.
Anm.: Ja, das halt ich auch für sinnvoll.
Nachzudenken wäre z. B. über eine Elektronikversicherung. Es gibt welche, die auch gegen fahrlässige Beschädigung schützen, also z. B. gegen den klassischen Fall von Kaffee in der Tastatur. Und in den meisten Elektronikversicherungen kann man den Verlust und die Wiederbeschaffungskosten der Daten versichern. Wer schon mal einen Computercrash mit finalem Datenverlust erlebt hat, weiß, welche enormen Folgekosten daraus entstehen können.

Zuletzt kommen die Risiken, gegen die sich der Unternehmer versichern kann. Das sind alle Risiken, die zwar keine großen finanziellen Löcher reisen, aber dennoch ärgerlich sein könnten.
Anm.: Hier empfehle ich sehr sorgfältig die Wahrscheinlichkeit des eventuellen Eintretens eines dann versicherten Schadensfalls gegen die - auf jeden Fall entstehenden - Kosten der Versicherungsprämie abzuwägen - und nicht die Kategorie "Schmuck am Nachthemd" vergessen.
Bei z. B. Versicherungsvergleiche werden übrigens die einzelnen Versicherungsarten und die Risiken, die sie abdecken, recht gut verständlich erklärt.
P.S. Keine Versicherung für das Unternehmen, sondern für den Unternehmer stellt die Berufsunfähigkeitsversicherung dar. Für mich ist sie ein absolutes Muss. Es kann so schnell gehen, dass man nicht mehr arbeitsfähig ist. Und dann? Besonders als Selbstständiger hat man dann oft überhaupt kein finanzielles Auffangnetz. Ein sehr langer Artikel zu diesem Thema ist in Zeit online vom 6.9.2006.


Tags: Versicherungen Betriebsversicherung Prioritäten Schadensfall Versicherungsrisiko Schadensrisiko Ver
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Kommentar von:
versicherungs boy
(12.12.06 19:13 Uhr)
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