Alte Leute als Zielgruppe für Geschäftsideen
abgelegt im Archiv Geschäftsidee am 14.02.07
Warum, zum Teufel, werden alte Leute nicht einfach "alte Leute" genannt? Warum sagt man "Best-ager" statt "Menschen über 50", warum "Silver Surfer" statt "Senioren im Internet"? Diese blöde Beschönigungskultur geht mir wirklich auf den Puffer. Was ist denn dabei, über 50 zu sein oder älter? Muss man das mit tough klingendem Werbisch kaschieren?
Hallo, liebe Kollegen aus der Werbung: Die Alten, das sind die mit der Lebenserfahrung, die, die früher hoch geachtete Weisen waren, die, deren Wort galt. Also, ich finde die Bezeichnung "die Alten" nicht uncool sondern schön. Nicht diskriminierend sondern von Achtung getragen. Von mir aus "Senioren".
Aber so what - in diesem Blog geht's um Business. Also:
Dass die Zielgruppe 50plus verhältnismäßig immer größer wird, soll heißen: es im Verhältnis in der Gesamtgesellschaft immer mehr alte Leute gibt (sic!), bilden sich auch immer mehr Geschäftsideen rund um diese Zielgruppe. Macht ja auch Sinn.
Drei davon wurden gerade im Early to Rise-Newsletter vorgestellt. Die erste unter ihnen wurde sogar von den Lesern der Newsletter Early-To-Rise und geschaeftsidee zur "Top-Geschäftsidee 2007" erkoren:Unternehmenskonzept Senioren-Umzugsservice
Wer schon einmal umgezogen ist, weiß, wie lästig es ist, Geschirr, Gläser, Bücher und Kleidung einzupacken, Möbel zu schleppen und gründlich auszumisten. Auch bei der Organisation am neuen Domizil - zum Beispiel Anmelden bei der Gemeinde und des neuen Telefonanschlusses - müssen viele Aufgaben erledigt werden Als besonders schwierig erweist sich ein Umzug für Senioren. Dies hat die Bremerin Karin Pretzer erkannt - sie bietet ihren Kunden ein "Rundum-Sorglos-Paket" für Senioren-Umzüge an. Vom Ausmessen der neuen Wohnung über den fachgerechten Transport der Möbel bis hin zur Unterstützung bei Terminen bei Behörden. Die clevere Dienstleisterin hilft ihren Kunden auch dabei, nicht mehr benötigte Möbel im Internet zu versteigern, einen neuen, rutschfesten Teppich zu kaufen oder eine Hausnotrufanlage zu organisieren.
Geschäftsidee aus den USA: Suchmaschine für Senioren
Nutzerfreundlich und übersichtlich - so haben Senioren ihre Web-Seiten gerne. Genau das will die amerikanische Suchmaschine Cranky.com, die Anfang Januar 2007 ans Netz ging, bieten. Das Angebot wendet sich speziell an User jenseits der 50. Die Alternative zu den großen Suchmaschinen wie Google oder Yahoo setzt auf Klasse statt Masse: Statt einer unübersichtlichen Datenflut werden auf der ersten Suchergebnisseite nur vier Ergebnisse angezeigt. Diese sollen jedoch, so der Anspruch der Betreiber von Cranky, sehr zielgerichtet sein. Um dieses Ziel zu erreichen, sichtete das Cranky-Team gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Compete die beliebtesten Webseiten von 500.000 Nutzern aus der Altersgruppe über 45 Jahren. Das Ergebnis lieferte die Datengrundlage zur Suchmaschine für Senioren Das Ranking soll künftig auch von den Usern bestimmt werden - diese sollen die Möglichkeit haben, die Suchergenisse nach ihrer Nützlichkeit zu bewerten.
Franchise-Idee: Mobiler Modedienst für Senioren
Enge Umkleidekabinen, hektische Atmosphäre - der Kleiderkauf ist speziell für ältere Menschen oft ein Graus. Das Wuppertaler Franchise-Unternehmen Mode-Mobil bietet hier eine Alternative. Die Franchise-Nehmer fahren Seniorenresidenzen an und stellen zwei Mal im Jahr ihre neue Kollektion vor. Die Senioren können die Kleidungsstücke in aller Ruhe und in vertrauter Umgebung anprobieren; Stress und Hektik kommen gar nicht erst auf. Ein Highlight sind die Senioren-Modenschauen, die das Franchise-System organisiert. Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist die Auswahl geeigneter Kleidungsstücke. So ist die Firmengründerin sechs Wochen im Jahr unterwegs, um ihr Sortiment aus den Kollektionen von rund 40 Lieferanten zusammenzustellen.
Ich finde alle drei Ideen ganz gut, dachte aber, dass es Suchmaschinen für Senioren schon wie and am Meer gibt?

Wer schon einmal umgezogen ist, weiß, wie lästig es ist, Geschirr, Gläser, Bücher und Kleidung einzupacken, Möbel zu schleppen und gründlich auszumisten. Auch bei der Organisation am neuen Domizil - zum Beispiel Anmelden bei der Gemeinde und des neuen Telefonanschlusses - müssen viele Aufgaben erledigt werden Als besonders schwierig erweist sich ein Umzug für Senioren. Dies hat die Bremerin Karin Pretzer erkannt - sie bietet ihren Kunden ein "Rundum-Sorglos-Paket" für Senioren-Umzüge an. Vom Ausmessen der neuen Wohnung über den fachgerechten Transport der Möbel bis hin zur Unterstützung bei Terminen bei Behörden. Die clevere Dienstleisterin hilft ihren Kunden auch dabei, nicht mehr benötigte Möbel im Internet zu versteigern, einen neuen, rutschfesten Teppich zu kaufen oder eine Hausnotrufanlage zu organisieren.
Geschäftsidee aus den USA: Suchmaschine für Senioren
Nutzerfreundlich und übersichtlich - so haben Senioren ihre Web-Seiten gerne. Genau das will die amerikanische Suchmaschine Cranky.com, die Anfang Januar 2007 ans Netz ging, bieten. Das Angebot wendet sich speziell an User jenseits der 50. Die Alternative zu den großen Suchmaschinen wie Google oder Yahoo setzt auf Klasse statt Masse: Statt einer unübersichtlichen Datenflut werden auf der ersten Suchergebnisseite nur vier Ergebnisse angezeigt. Diese sollen jedoch, so der Anspruch der Betreiber von Cranky, sehr zielgerichtet sein. Um dieses Ziel zu erreichen, sichtete das Cranky-Team gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Compete die beliebtesten Webseiten von 500.000 Nutzern aus der Altersgruppe über 45 Jahren. Das Ergebnis lieferte die Datengrundlage zur Suchmaschine für Senioren Das Ranking soll künftig auch von den Usern bestimmt werden - diese sollen die Möglichkeit haben, die Suchergenisse nach ihrer Nützlichkeit zu bewerten.
Franchise-Idee: Mobiler Modedienst für Senioren
Enge Umkleidekabinen, hektische Atmosphäre - der Kleiderkauf ist speziell für ältere Menschen oft ein Graus. Das Wuppertaler Franchise-Unternehmen Mode-Mobil bietet hier eine Alternative. Die Franchise-Nehmer fahren Seniorenresidenzen an und stellen zwei Mal im Jahr ihre neue Kollektion vor. Die Senioren können die Kleidungsstücke in aller Ruhe und in vertrauter Umgebung anprobieren; Stress und Hektik kommen gar nicht erst auf. Ein Highlight sind die Senioren-Modenschauen, die das Franchise-System organisiert. Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist die Auswahl geeigneter Kleidungsstücke. So ist die Firmengründerin sechs Wochen im Jahr unterwegs, um ihr Sortiment aus den Kollektionen von rund 40 Lieferanten zusammenzustellen.
Permalink: Alte Leute als Zielgruppe für Geschäftsideen
Tags: Senioren 50plus Alte ältere+Menschen Geschäftsideen Zielgruppe Werbesprache Werbisch
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Kommentar von:
Jörg Weisner
(14.02.07 4:10 Uhr)
Kommentar von:
Elke Fleing
(14.02.07 22:59 Uhr)
Hi Jörg, also vom absoluten Alter her gehören wir beide nicht mehr zu den Jungspunden. Möchte ich aber, ehrlich gesagt, auch gar nicht. Bis jetzt finde ich es Klasse, älter zu werden. Und irgendwann zum "Rat der Alten" zu gehören, wäre mir eine große Ehre.
Kommentar von:
Horst
(16.02.07 22:04 Uhr)
"dass es Suchmaschinen für Senioren schon wie and am Meer gibt?" Ja, dass liegt daran das es keiner findet: www.allesenioren.de ist das einzige was mir bekannt ist... Und ob die Senioren so was Brauchen? Ich nicht und ich bin die Generation 67+ Liebe Grüße Horst
Kommentar von:
Ü53
(13.05.09 14:21 Uhr)
Korrekt: der Begriff "die ALTEN" war immer stimmig!
Allerdings gibt es weitere wunderbare Geschaeftsideen besonders für aktive selbstaendige Zusammenschluesse: die 50-plus Innovationsschmiede und deren Fertigung und Vertrieb pro Region. Unter dem obercoolen Namen "Gruftiearbeit" :) stellen jene total trendige Erfindungen her. Gesehen auf der Consumenta 2008 in den Erfinderhallen. DAS WAR SPITZE!
Allerdings gibt es weitere wunderbare Geschaeftsideen besonders für aktive selbstaendige Zusammenschluesse: die 50-plus Innovationsschmiede und deren Fertigung und Vertrieb pro Region. Unter dem obercoolen Namen "Gruftiearbeit" :) stellen jene total trendige Erfindungen her. Gesehen auf der Consumenta 2008 in den Erfinderhallen. DAS WAR SPITZE!
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Ich würde mich nicht als alt bezeichnen, und mich schon gar nicht von einer Werbung für Alte angesprochen fühlen - und ich bin schon seit fast 4 Jahren über 50 ;-)
Aber es geht scheinbar nicht nur mir so.
Die Mutter eines Freundes von mir, hat vor zwei, drei Jahren einen Kuchen gebacken, "damit die alten Leute in dem Altersheim mal was zum Freuen haben", wie sie sagte. (Sie war damals 89 Jahre !!!)