5Sep
Aha, so kann's also bei öffentlichen Ausschreibungen laufen...

O Mann, geht's noch?!

Manchmal denkt man ja, hmm, so Aufträge von der öffentlichen Hand wären doch auch ganz schick. Hab ich jedenfalls mal gedacht.

Ok, man weiß ja, dass die jeden Job öffentlich ausschreiben müssen, dass man also um jeden Job pitchen muss und dass in der Regel derjenige den Zuschlag bekommt, der das preisgünstigte Angebot abgibt.

Ich hab dann auch vor ein paar Jahren mal versucht, an einer solchen Ausschreibung teilzunehmen, nachdem ich die anstehenden Ausschreibungen per E-Mail abonniert hatte (finde gerade den Link nicht wieder, weiß den jemand von euch?) , hab aber schnell wieder einen Rückzieher gemacht, als ich mitbekam, dass man bei größeren Jobs eine Riesenmenge Geld auf dem eigenen Konto nachweisen musste, wie schwierig formell die Teilnahme an einer solchen Ausschreibung ist, dass die Entscheidungen wirklich nur über den Preis fallen usw..

Wie auch immer. Zurzeit geistert eine Meldung durch's Netz, die echt zum Lachen wäre, wäre es nicht so bitter.

Es geht um eine

Ausschreibung des rheinland-pfälzischen Wirtschafts- und Verkehrsministeriums. Gesucht wird ein Dachmarkenkonzept für die Vermarktung der Nahverkehrsinitiative Rheinland-Pfalz-Takt. Im Ausschreibungsverfahren, an dem nur teilnehmen kann, wer die kostenpflichtigen Unterlagen (25 Euro) anfordert, ist es zu einer schweren Panne gekommen.

Ein Mitarbeiter des Ministeriums schreibt in einer fehlgeleiteten Mail, die offenbar an einen Kollegen gehen sollte, parallel aber auch an einige der über 40 teilnehmenden Agenturen gelangt ist:

"Noch ein Wettbewerbsteilnehmer. Ich habe schon überlegt, ob ich ihm sagen soll, dass er nicht mehr die schnitte einer Chance hat, aber habe mich dann doch für die 25 Euro entschieden. Was machen wir eigentlich mit dem Geld? Da sind jetzt mehr als 1000 Euro reingekommen. Dafür könnten wir zum Beispiel so eine schöne Edel-Kaffeekochanlage auch bei uns im Flur installieren. Dann musst du nicht täglich in die Kantine."

Ohne Worte, oder? Ob das wirklich ein Einzelfall ist? Oder nur die Spitze vom Eisberg?

Ausgegraben hat's das E-Commerce Blog, die ganze Meldung gips bei Horizont.net


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4 Responses to “Aha, so kann’s also bei öffentlichen Ausschreibungen laufen…”

  1. herbert sagt:

    Ich denke, das ist eher ein Witz und nicht die Spitze eines Eisbergs.

  2. Das ist krass – aber nicht verwunderlich. Bürokratieblüten auf der einen Seite und die absolute Orientierung auf den Preis, der immer wieder auf Kosten der Qualität geht. Für mich müssten immer wieder 3 Komponenten zusammenkommen, damit etwas beachtenswertes herauskommt. Die erste ist die Qualität, dann die Frage, wie wir in der Produktion mit unseren Ressourcen umgehen und als Drittes wären die Bedingungen zu nennen, unter denen die beteiligten Menschen produzieren. Ist bürokratisch sicherlich zu schwer!?

  3. markus sagt:

    Hmn… ob das so stimmt?

  4. Elke Fleing sagt:

    @ Markus: Du kannst sicher sein, dass das so stimmt. Horizont kann sich’s nicht leisten, wörtliche Zitate zu bringen, die gefaked sind.
    @ Herbert: Schön wär’s, wenn ein Witz wär. Ich fürchte, die Wirklichkeit sieht oft noch viel bitterer aus.
    @ Hans-Gerd: Dass die auf dien Preis gehen, iss bei Öffis halt so. Einer der Hauptgründe, warum ich da nie mitbiete. Was ich in diesem Fall viel bitterer finde, ist der Zynismus, mit dem mit den Bewerbern umgegangen wird. So nach dem Motto: “Na, für unsere Cappu-Maschine schicken wir denen doch mal das Bewerbungszeugs. Wenns auch eh keinen Sinn mehr macht. So what. Nich mein Geld.” ICH FINDE DAS ZYNISCH. Punkt.

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